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Anlagenplanung Sole

wq sole

Die Wärmequellenanlage besteht bei diesem Heiz­system aus einem flachverlegten Erdkollektor oder aus einer Erdonde, ausgeführt als geschlossenes System. Die Wärmeträgerflüssigkeit Sole (Wasser mit Frostschutz) wird mit einer Solepumpe durch das Kollektor- bzw. Sondensystem transportiert (Energie­entzug) und der Wärmepumpe zugeführt (Energie­übergabe).

Man verwendet Kunststoffrohre mit ausreichender Wand­­­stärke, um Beschädigungen durch mechanische Einwirkungen zu vermeiden. Die Errichtung ist  teilweise meldepflichtig

Bodenbeschaffenheit

Für die Einbringung von flachverlegten Kollektoren oder von Erdsonden ist es erforderlich, dass die dafür in Frage kommenden Bodenflächen gewachsen bzw. nicht einseitig aufgeschüttet sind. Ansonsten könnten die verlegten Rohre bei Bodensetzungen beschädigt werden. Je größer der Feuchtig­keits­gehalt der Böden, um so größer und besser ist die Wärmeleitung. Bei erdigen, feuchten Böden ist daher eine kleinere Bodenfläche für den Wärmeentzug erforderlich als bei schottrigen, trockenen Böden.

Die für den Wärmeentzug vorgesehenen Flächen müssen unverbaut sein, können jedoch bepflanzt werden. Das Regenwasser ist wichtig für die Re­generation des Bodens. Wasserstau und Überflutungen (z.B. Hang, Lehm) sind zu vermeiden, denn Boden­anhebungen oder Bauschäden könnten entstehen. Bei Bedarf Drainage vorsehen! Das Erd­reich muss sich vor dem Wärmeentzug setzen.

Kollektorverlegung

Die Größe der benötigten Fläche richtet sich nach der Kälte­leistung der Wärmepumpe im Heizbetrieb (Type, vorgesehene Leistungs­zahl) und der spezifischen Wärmeentzugsleistung des Erdreichs.
Die Verlegetiefe beträgt ca. 1,2 bis 1,4 m, je nach Region auch darunter. Der Verlegeabstand wird berechnet, der Richtwert bei aktuellen, serienmäßigen Kollektorrohrlängen beträgt 40 bis 60 cm.

Verlegefläche

Die Verlegung erfolgt im Regelfall auf waagerechtem, ebenem Untergrund oder mit maximal einer Seitenneigung (Hanglage). Bei Hanglagen sind die Erdkollektorrohre immer quer zum Hang zu verlegen! Für eine gute Entlüftung der Anlage ist zu sorgen.

Einbringung

Es ist darauf zu achten, dass die Rohre nicht ge­knickt oder abgedrückt werden. Vor der Erdbe­de­ckung sind die Erdkollektorrohre mit einem ­Sand­bett zu schützen. Ca. 50 cm oberhalb der Kollektorrohre sind Warnbänder zu verlegen.

Erdsonden

Die Sondentiefe beträgt individuell je Anlage bis ca. 100 m (tiefere Bohrungen sind möglich). Der Sondenabstand sollte mindestens 6 m zueinander betragen.

Sondenbohrung

Vor der Durchführung ist ein geo­­logisches Gutachten einzuholen. Dieses gibt über mögliche Auflagen, den zu erwartenden Unter­grund und die exakte Entzugsleistung Auskunft. Die Sondenbohrung wird durch ein konzessioniertes Unternehmen fachgerecht durchgeführt. Bei unklaren geologischen Verhältnissen ist eine Probe­bohr­ung sinnvoll. Die Einbringung der Sonde erfolgt eben­falls durch das Bohrunternehmen. Die Sonde wird fachgerecht eingeschlämmt und bei Bedarf werden Grundwasserhorizonte abgedichtet. Bei lockerem Boden sind Stützrohre notwendig!

Sammelschacht

Bei umfangreichen ­Kollektoranlagen bzw. wenn die Entfernung der Wärmepumpe zur Kollektoranlage 10 m überschreitet, ist unbedingt ein Sammelschacht vorzusehen. Dieser lässt sich auf günstige Art durch die Verwendung von handelsüblichen Betonringen herstellen. Die Verbindungsleitungen vom Gebäude zum Sammel­schacht sind gerade und mit einem leichten Gefälle in Richtung Sammelschacht zu verlegen. Dadurch wird das anfallende Kondensat entsorgt. Die Verbindung muss entsprechend wärmegedämmt ausgeführt sein bzw. ist ein Futterrohr zu verwenden.

Sicherheitsabstände

Die Verlegeabstände zu Wasserleitungen müssen mindestens 1,5 m betragen. Zu Kanälen sollte der Abstand mindestens 1 m betragen. Bei paralleler Ver­­legung zu Gebäuden ist ein Sicherheitsabstand von ca. 1,2 m einzuhalten. (Frostschäden vermeiden!)

Sind diese Sicherheitsabstände nicht einzuhalten, so müssen Sondermaßnahmen getroffen werden: Isolation des zu schützenden Objektes und/oder der Kollektorrohre mit einem geschlossenporigen Isolations­material.