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Planungshinweise Heizen

Fußboden- oder Wandheizung

fussbodenheizung

Beim Neubau werden Flächenheizungen bevorzugt:

Strahlungswärme ist die gesündeste Wärme. Je größer die Heizfläche zur Wärmeabgabe in einem Raum ist, um so größer ist der Anteil an Strahlungswärme, um so gleichmäßiger erfolgt die Wärmeabgabe und um so behaglicher fühlen wir uns.

Weil wir Strahlungswärme als besonders behaglich empfinden, tritt bei einer Fußboden- und/oder Wandheizung bereits bei 20°C Raumtemperatur das gleiche Gefühl des Wohlbefindens ein, wie in einem konventionell beheizten Raum bei 22°C. Das ist nicht nur angenehm und gesund, sondern spart auch eine Menge Heizkosten.

Eine Ergänzung mit Niedertemperatur-Radiatoren ist für Kühlbetrieb empfehlenswert.

Tipp: Die Absenkung der Raumtemperatur um 2°C spart bis zu 10% an Heizenergie pro Jahr.

Bestimmung des Wärmebedarfes

Bei Wärmepumpen Anlagen ist eine genaue Dimensionierung besonders wichtig, denn überdimensionierte Geräte verursachen übermäßige Kosten und arbeiten mit einem niedrigeren Wirkungsgrad.

Die Ermittlung des Wärmebedarfs (Heizleistung) erfolgt nach den entsprechend gültigen Normen in Deutschland (DIN 4701) ,Österreich (ÖNORM 7500 (B 8135)), und der Schweiz (IA 380-1, SIA 384-2). Der Wärmebedarf wird in kW angegeben.

Folgende Werte sind erfahrungsgemäß ungefähr zu erwarten (Wärmebedarf W/m2):

  • Altbau mit zeitgemäßer Wärmedämmung: 75 W/m2
  • Neubau mit guter Wärmedämmung: 50 W/m2
  • Niedrigenergiehaus: 30 W/m2

Der spezifische Wärmebedarf (W/m2) wird mit der zu beheizenden Wohnfläche multipliziert und ergibt den gesamten Wärmebedarf (Transmissions- und Lüftungswärmebedarf).

Die Jahres-Heizarbeit in kWh p.a. gibt an wieviel Heizenergie (Wärmeenergie) im Laufe eines Jahres aufzubringen ist. Dies ist bei der Auslegung von Erdwärme-Systemen zu beachten.

EVU Sperrzeiten

Die Nutzung von verbilligten Wärmepumpen-Sondertarifen der jeweiligen örtlichen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) bedingt oft eine unterbrochene Betriebsweise. Die Stromzufuhr kann für z.B. 3x2 Stunden innerhalb von 24 Stunden unterbrochen werden. Daher muss die tägliche Heizleistung innerhalb jener Zeit, in welcher Strom verfügbar ist, aufgebracht werden.

Beispiel: Theoretische Auslegung bei 3x2 Stunden Sperrzeit: Berechneter Wärmebedarf ohne Sperrzeiten: 9 kW. Maximale Sperrzeit:
3x2 Stunden = 6 Stunden. Das ergibt 18 Stunden Verfügbarkeit.

Theoretischer Wärmebedarf bei 6 Stunden Sperrzeit:

    9 kW x 24h/18h = 12 kW (d.h. 33% Zuschlag)


Tipp: Die Wärmebedarfsberechnung zielt auf die jeweils minimale Außentemperatur und das Beheizen aller Räume gleichzeitig ab. Daher hat sich in der Praxis ein geringerer Zuschlag von ca. 20% bei Fußbodenheizung bewährt: z.B. 9 kW x 1.2 = 10.8 kW.

Die Heizungs-Vorlauftemperatur

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Temperatur der Wärmenutzungsanlage ist, um so höher ist die Leistungszahl der Wärmepumpe und um so niedriger sind damit die Heizkosten.

Um dies zu erreichen ist ein großflächiges Wärmeabgabesystem zu wählen. Ideal sind dafür Niedertemperatur Fußbodenheizungen und Wandheizungen geeignet (bis 35°C Vorlauftemperatur). Niedertemperatur-Strahlungswärme garantiert maximale Behaglichkeit. Bei einer neuen Radiatorenheizung sollte diese für max. 50°C Vorlauftemperatur ausgelegt sein.

Speziell für Vorlauftemperaturen von 55°C bis 65°C hat OCHSNER die Gerätereihe "Golf plus" entwickelt... mehr dazu in der Rubrik Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster Nachrüstung.

Bei der Nachrüstung (Kesseltausch gegen Wärmepumpe) kann man meist vorhandene Heizkörper verwenden, bzw. vergrößern. Die Heizkosten werden dann höher liegen als bei Flächenheizungen aber gegenüber Öl + Gas dennoch beachtliche Einsparungen bringen.

Folgende Betriebsweisen sind möglich:

  • monovalent (nur WP): Die Wärmepumpe ist alleiniger Wärmeerzeuger. Sie deckt 100% des Wärmebedarfs ab. Üblich bei Wärmequelle Wasser oder Erdwärme.
  • bivalent parallel monoenergetisch (WP und Elektroheizstab): Die Wärmepumpe deckt ca. 90% der Jahresheizarbeit ab. Der E-Heizstab wird nur bei Bedarf parallel zugeschaltet. Üblich bei Neubauten mit Wärmequelle Luft.
  • bivalent alternativ (WP und Brennstoffkessel): Die Wärmepumpe teilt sich die Heizarbeit mit einer zweiten Heizquelle. Nur bei Nachrüstung einer Wärmepumpe in ein Hochtemperatur Heizsystem.

Warmwasser mit der Heizungswärmepumpe

Für den Fall, dass man kein eigenes Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMultifunktionsgerät (Europa) für die Warmwasserbereitung aus der Abluft wählt, empfiehlt sich die Warmwasserbereitung mit der Heizungswärmepumpe.

Als Faustregel sollte man eine zusätzliche Heizleistung von ca. 0,25 kW pro Haushaltsmitglied vorsehen.

Die Firma OCHSNER bietet mehrere sehr effiziente Lösungen an, die je nach Wärmepumpen-Type und Heizungssystem zum Einsatz kommen.